CentCheck

Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?

Mit einem dynamischen Tarif zahlst du für jede Viertelstunde den Börsenpreis plus Aufschläge. Ob das günstiger ist als dein Festpreis, hängt davon ab, wann du Strom brauchst. Wir rechnen mit den echten Börsenpreisen von Oktober 2025 bis September 2026 und dem gemessenen Verbrauch echter Haushalte. Das ist ein Blick zurück, keine Prognose.

Was Strom an der Börse gekostet hat

Durchschnittlicher Börsenpreis Oktober 2025 bis September 2026 je kWh, ohne Mehrwertsteuer, gewichtet mit dem Zeitpunkt des Verbrauchs.

VerbrauchBörsenpreis je kWh
Gleichmäßig über alle Stunden10,4 ct
Haushaltsstrom (gemessen, 27 Haushalte)10,4 ct (9,8 ct – 10,7 ct)
Wärmepumpe (gemessen, 27 Anlagen)10,3 ct (10,1 ct – 10,6 ct)
E-Auto, abends geladen (18 bis 22 Uhr)14,8 ct
E-Auto, nachts geladen (22 bis 6 Uhr)10,8 ct
E-Auto, in den günstigsten Viertelstunden zwischen 18 und 7 Uhr8,9 ct

Spanne: 8 von 10 gemessenen Haushalten bzw. Anlagen lagen dazwischen.

Zum Vergleich: In Verträgen mit festem Preis kosteten Energie und Vertrieb 2025 im Schnitt 15,5 ct je kWh ohne Mehrwertsteuer (Eurostat). Netzentgelte, Abgaben und Steuern kommen bei beiden Tarifarten dazu.

Wäre ein dynamischer Tarif für dich günstiger gewesen?

Ohne Wärmepumpe und E-Auto, wenn die einen eigenen Zähler haben.

Rund 20 kWh je 100 km; 15.000 km im Jahr sind etwa 3.000 kWh.

Wann lädt das Auto?

Brutto, wie auf deiner Rechnung oder im Vertrag.

Ein dynamischer Tarif braucht ein intelligentes Messsystem. Lässt du es auf Wunsch einbauen, darf es dich höchstens 30 € im Jahr kosten (§ 30 Abs. 3 MsbG); dazu kann eine einmalige Einbaugebühr kommen. Hast du schon eins, trag 0 ein.

Ist die Grundgebühr des dynamischen Tarifs höher, trag die Differenz ein; ist sie niedriger, eine negative Zahl.

Dein Verbrauch hätte an der Börse von Oktober 2025 bis September 2026 im Schnitt 10,4 ct je kWh gekostet, mit Mehrwertsteuer 12,4 ct.

Trag deinen Preis ein, dann siehst du, bis zu welchem Aufschlag ein dynamischer Tarif günstiger gewesen wäre.

Monat für Monat

Der Börsenpreis schwankt stark. Gleichmäßig über alle Stunden und für den mittleren gemessenen Haushalt, je kWh ohne Mehrwertsteuer.

MonatAlle StundenHaushalt
Oktober 20258,4 ct8,7 ct
November 202510,2 ct10,7 ct
Dezember 20259,3 ct9,8 ct
Januar 202611,0 ct11,6 ct
Februar 20269,7 ct9,9 ct
März 20269,9 ct9,9 ct
April 20267,9 ct7,3 ct
Mai 20269,8 ct9,3 ct
Juni 202611,0 ct10,7 ct
Juli 202610,5 ct9,8 ct
August 202612,7 ct12,2 ct
September 202614,5 ct14,5 ct

Wofür und wogegen ein dynamischer Tarif spricht

Er bringt am meisten, wenn du viel Strom zu günstigen Zeiten verbrauchen kannst: ein E-Auto, das nachts oder gesteuert lädt, eine Wärmepumpe mit Speicher, Wasch- und Spülmaschine mit Startzeit.

Abends ist der Börsenpreis meist am höchsten, und in einzelnen Stunden kann er stark steigen. Wer viel abends verbraucht und nichts verschieben kann, zahlt eher mehr. Vergangene Preise sagen nichts Verlässliches über künftige.

Seit 2025 muss jeder Stromanbieter in Deutschland einen dynamischen Tarif anbieten, wenn du ein intelligentes Messsystem hast (§ 41a Abs. 2 EnWG).

So rechnen wir

Börsenpreise: Day-Ahead-Preise der Gebotszone DE-LU von ENTSO-E für Oktober 2025 bis September 2026, jede Viertelstunde bzw. Stunde. Wir nehmen immer die letzten 12 vollständigen Monate.

Verbrauch: gemessene Viertelstundenwerte von 27 Haushalten und 27 Wärmepumpen in Einfamilienhäusern in Niedersachsen aus dem Jahr 2019 (Datensatz WPuQ, Schlemminger, Ohrdes, Schneider, Knoop, Institut für Solarenergieforschung Hameln, Lizenz CC BY 4.0). Wir verteilen jeden Verbrauch auf Monat, Wochentag oder Sonn- und Feiertag und Uhrzeit und bewerten ihn mit dem Durchschnittspreis dieser Stunden im Zeitraum. Das Wetter des Messjahres muss so nicht zum Preisjahr passen; Zusammenhänge an einzelnen Tagen, etwa kalte Tage mit hohen Preisen und viel Heizbedarf, bildet das nicht ab.

E-Auto: 3.000 kWh im Jahr, gleich viel jeden Tag. Abends und nachts gleichmäßig in den genannten Stunden; gesteuert mit 11 kW Ladeleistung in den günstigsten Viertelstunden jeder Nacht, gerechnet mit den echten Preisen.

Die Schwelle ist dein Preis minus Börsenpreis deines Verbrauchs mit Mehrwertsteuer, minus Mehrkosten für Zähler und Grundgebühr verteilt auf deinen Verbrauch. Wir bewerten keine Anbieter und nennen keine Tarife.

Quellen: ENTSO-E Transparency Platform, WPuQ (CC BY 4.0), Eurostat. Berechnet am 10. Oktober 2026.